Nichtmedikamentöse Therapien

Hier finden Sie ausgewählte Therapieformen.

Gestaltungsbild: Pflegerin macht mit Mann Reha-Übung

Relevante Therapieformen

Zur Therapie eines demenziell erkrankten Menschen ist es immer von Vorteil, wenn mehrere Professionen einbezogen werden, denn jede von ihnen kann auf ganz unterschiedliche Weise helfen. Gut unterstützend wirken bei einer Demenz die Ergotherapie und die Logopädie. Zur Sturzprophylaxe ist beispielsweise die Ergotherapie sehr gut geeignet. An demenziell bedingten Störungen bei der Nahrungsaufnahme (Schluckstörungen) arbeiten sowohl die Logopädie als auch die Ergotherapie. Die Logopädie fördert die Verbesserung der Mundmotorik, die Ergotherapie setzt bei den Wahrnehmungsstörungen im Mund oder beim Erkennen der Nahrung an.

Als medizinische Heilmaßnahmen bei einer Demenz können diese beiden nichtmedikamentösen Therapien von der behandelnden Haus- oder Fachärztin (Neurologin, Psychiaterin) als zuzahlungspflichtige Kassenleistung verordnet werden, weshalb sie an dieser Stelle genauer beschrieben werden. Seit 1. Januar 2017 ist die Verordnung der Ergotherapie für die Ärztin grundsätzlich außerhalb des Budgets möglich. Die Heilmittel-Richtlinien gelten bundesweit und gestalten sich für viele Krankenkassen einheitlich. Bei Unsicherheiten sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Therapeutin.

In den vergangenen Jahren hat sich ein großes Angebot im Bereich der nichtmedikamentösen Therapieformen für die Unterstützung von Menschen mit Demenz entwickelt. Diese Entwicklung ist grundsätzlich erst einmal sehr positiv. Es ist bei dem großen Angebot aber auch wichtig, sich zunächst über den Nutzen der jeweiligen Therapieform zu informieren, da dieser nicht bei jedem Angebot gleich ist. Um für Menschen mit Demenz nützliche nichtmedikamentöse Therapieformen handelt es sich zum Beispiel bei der Kunst- und Musiktherapie.

Für diese beiden Therapieformen hat sich gezeigt, dass sie Menschen mit Demenz besonders gut auf der emotionalen Ebene ansprechen. Sie fördern dadurch das Selbsterleben und können auch das Erinnerungsvermögen anregen. Leider können diese beiden Therapieformen noch nicht als zuzahlungspflichtige Kassenleistung verordnet werden. Weil die Kunst- und Musiktherapie aber auf die beschriebene Art und Weise Menschen mit Demenz guttun, in der Praxis gut erprobt sind und eine sinnvolle Unterstützung darstellen, möchten wir diese neben den schon genannten Therapieformen exemplarisch vorstellen. Das soll aber nicht den Eindruck erwecken, dass andere nichtmedikamentöse Formen schlechter geeignet wären.

Unter diesem Link der Deutschen Alzheimer Gesellschaft finden Sie die Beschreibungen weiterer nützlicher nichtmedikamentöser Therapien:

www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/alz/pdf/factsheets/infoblatt6_nichtmedikamentoese_behandlung.pdf

Ergotherapie bei Menschen mit Demenz

Das Ziel ist, Alltagsaktivitäten der Bereiche Selbstversorgung, Mobilität, Haushaltsführung und Freizeit wieder gelingen zu lassen oder gemeinsam leichtere Abläufe zu ermöglichen. Dabei werden die Ressourcen der Erkrankten aktiviert, die Angehörigen praktisch angeleitet und Problemlösestrategien zusammen erarbeitet. Auch die Wohnraumanpassung mit Hilfsmitteln kann Teil der Therapie sein, ebenso eine konfliktvermeidende Kommunikation.

Die ergotherapeutische Behandlung findet entweder in der Praxis oder als Hausbesuch im Wohnumfeld statt und dauert je nach Verordnung der Ärztin etwa eine Stunde.

Tipps zur Organisation für Angehörige am Beispiel der Ergotherapie

  • Erkundigen Sie sich bei Ihrer Ärztin, einem Pflegestützpunkt oder einer Beratungsstelle nach einer passenden Praxis für Ergotherapie.
  • Fragen Sie in der angesprochenen Praxis genau nach, ob es Erfahrungen mit der Behandlung von Menschen mit Demenz gibt und ob die Mitarbeiterinnen dazu aktuell fortgebildet sind.
  • Scheuen Sie sich nicht, bei mehreren ergotherapeutischen Praxen anzufragen oder gleich vorbeizugehen, um einen persönlichen Eindruck zu bekommen und sich erst dann zu entscheiden.
  • Es ist zu erwarten, dass Sie als bestinformierte Person zur Betroffenen in die Behandlung miteinbezogen werden. Falls dies nicht passiert, warten Sie eine Eingewöhnungsphase ab und sprechen Sie die behandelnde Therapeutin darauf an.

Fragen und Antworten zum Thema Ergotherapie und Demenz

  1. Was ist Ergotherapie?

    Die Therapiebezeichnung lässt sich vom griechischen Begriff ‚ergon‘ ableiten, der Arbeit, Tat oder Handlung bedeutet. Ergotherapeutinnen behandeln u.a. Menschen mit neurologischen und psychiatrischen Diagnosen. Ein Schwerpunkt ergotherapeutischer Behandlung liegt in der Förderung oder dem Erhalt der Selbstständigkeit und in der Vermittlung der dazu notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

  2. Was machen Ergotherapeutinnen bei einer Demenz?

    Bei einer Demenz geht es in der Ergotherapie darum, die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu bewahren und zum Bestand der Lebenszufriedenheit beizutragen. Dies kann durch das praktische Üben von beispielsweise wichtigen Alltagstätigkeiten oder Wegen geschehen, durch Hirnleistungstraining, den Einsatz von Hilfsmitteln oder die Beratung und Anleitung von Angehörigen.

  3. Wie bekommt man Ergotherapie verordnet?

    Die Ergotherapie zählt in Deutschland zu den Heilmitteln wie Physiotherapie oder Logopädie, deren Finanzierung durch die Krankenkassen gesetzlich geregelt ist. Auch bei fast allen Privatkassen ist die Ergotherapie eine Regelleistung (dazu den Vertrag überprüfen oder bei der Kasse nachfragen). Die Behandlungen müssen von einer Ärztin verordnet werden.

  4. Wie finde ich eine Ärztin, die die Ergotherapie verordnet?

    Jede Hausärztin, Internistin, Neurologin oder Psychiaterin kann ein Rezept für die Ergotherapie ausstellen. Es ist sicher gut, sich mit dem Wunsch nach Ergotherapie an eine bereits bekannte Ärztin zu wenden oder sich eine Ärztin empfehlen zu lassen, die sich mit der Behandlung von Menschen mit einer Demenz auskennt.

  5. Kommen Kosten auf uns zu?

    Es ist gesetzlich festgelegt, dass die Finanzierung von Heilmitteln wie der Ergotherapie oder der Physiotherapie zu 90 % von der jeweiligen Krankenkasse und zu 10 % von der Patientin selbst übernommen werden müssen, solange keine Zuzahlungsbefreiung vorliegt. Außerdem muss eine Rezeptgebühr von 10,00 € pro Rezept bezahlt werden. Bei einem Rezept mit zehn Behandlungen kann dies, wenn eine psychisch-funktionelle Heilmaßnahme verordnet wurde, eine Zuzahlung von insgesamt ca. 65,00 € für Sie bedeuten, für Hausbesuche noch etwas mehr.

  6. Wie finde ich eine passende Praxis?

    Fragen Sie im Familien- und Bekanntenkreis oder bei einer Beratungsstelle nach, ob eine Praxis empfohlen werden kann oder schauen Sie in den Gelben Seiten unter ‚Ergotherapie‘. Vor einer Anmeldung und Wahrnehmung eines ersten Termins, der schon über das Rezept abgerechnet wird, sollten Sie unbedingt abklären, ob in der Praxis regelmäßig auch Menschen mit Demenz behandelt werden. Auf einem bereits begonnenen Rezept kann nicht in einer anderen Praxis weiter behandelt werden. Ein Wechsel der Praxis ist dann erst mit einem neuen Rezept möglich.

  7. Kann ich als Angehörige die Therapie mitgestalten?

    Ja, gerne. Ergotherapeutinnen sind darin geschult, eine gute Beziehung auch zu Menschen zu gestalten, die sich kaum oder gar nicht mehr mitteilen können. Hilfreich ist dann besonders bei einer Demenz, von den Angehörigen Hinweise zum Alltag und den vertrauten Abläufen zu Hause zu bekommen. Dies heißt übrigens nicht, dass Angehörige ständig dabei sein müssen. Die Behandlungssituation kann auch eine Möglichkeit zum Gespräch über sehr persönliche Fragen und Ängste sein, bei dem die Betroffenen mit der Ergotherapeutin allein sein möchten. Manchmal kann es in der Ergotherapie bei Demenz auch ausschließlich um die Angehörigen gehen (z.B. beim Umgang mit herausforderndem Verhalten und bei praktischen Übungen, wie dem Umsetzen eines Menschen).

  8. Was mache ich, wenn meine Angehörige oder ich nicht zufrieden sind?

    Geben Sie sich nicht damit zufrieden! Ihre Angehörige soll sich während und auch nach der Behandlung wohlfühlen. Wenn Sie sich der Ergotherapeutin anvertrauen, sollen Sie das Gefühl zusätzlicher Unterstützung und Gesprächsmöglichkeit haben. Falls Sie den Eindruck haben, dass die Behandlung auch nach einer Eingewöhnungszeit nicht gut läuft, so versuchen Sie, dies anzusprechen. Falls das nicht gut klappt oder Ihnen dies mit der direkt behandelnden Therapeutin schwerfällt, wenden Sie sich an die jeweilige Praxisleitung.

  9. Wie lange dauert die Behandlung?

    Die einzelne psychisch-funktionelle Behandlung dauert etwa 60 Minuten (ein verordnetes Hirnleistungstraining 30 Minuten). Der Zeitraum der gesamten Ergotherapie kann, je nach Anzahl der verordneten Rezepte, mehrere Monate oder noch länger betragen. Behandlungspausen sind möglich. Informationen erhalten Sie bei der regionalen Vertreterin des Deutschen Verbandes der Ergotherapeuten e.V.:
    Maike Krause
    info@ergotherapie-exer.de
    www.ergotherapie-exer.de
    www.dve.info

Logopädie bei Menschen mit Demenz

Bei einer beginnenden Demenz oder leichten kognitiven Beeinträchtigungen können Logopädinnen mit ausgewählten Übungsprogrammen für das Sprachverständnis, das Merken von seriellen Abfolgen oder für die Wortfindung die kommunikativen Fähigkeiten der Betroffenen unterstützen. Bei fortschreitender Erkrankung liegt der Fokus auf der Kommunikation und dem Essen und Trinken, da Schluckstörungen nicht selten sind. Dann steht im Vordergrund, gemeinsam mit allen Beteiligten Bewältigungsstrategien für den Alltag zu erarbeiten, kommunikative Ressourcen zu erkennen und die Nahrungsaufnahme sicher zu gestalten. Patientinnen und Angehörige sind oft beunruhigt, was mit ihnen passiert und wie es weitergehen soll. Schon eine logopädische Beratung kann dazu beitragen, Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung und im familiären Miteinander zu bekommen. Logopädinnen helfen, dass Menschen mit Demenz ihre kommunikativen Fähigkeiten einsetzen können, dadurch weiterhin verstanden werden und in der Lage sind, ihre Ernährungssituation zu bewältigen. Für Betroffene können dies entscheidende Faktoren sein, um länger in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben.

Informationen erhalten Sie beim

Deutschen Bundesverband für Logopädie e.V.
Augustinusstr. 11a, 50226 Frechen
Tel.: 02234 / 379530
www.dbl-ev.de

Sie finden Logopädie-Praxen mit besonderen Behandlungsschwerpunkten und aktuellen Adressen in Ihrer Nähe über das Internet:

www.dbl-ev.de/service/logopaedensuche

Unter dem folgenden Link finden Sie die Broschüre zur Logopädie des Kompetenzzentrums Demenz in Schleswig-Holstein:

www.demenz-sh.de/service-und-downloads/downloads

Musiktherapie bei Menschen mit Demenz

In der Musiktherapie können sich Menschen über die Stimme oder über ein Musikinstrument Ausdruck verschaffen. Für Menschen mit Demenz kann dies eine Möglichkeit bieten, besser mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, wenn sie nur noch schwer oder gar nicht mehr über Sprache kommunizieren können. Ebenso bietet die Musik einen Weg für diejenigen, die mit Menschen mit Demenz arbeiten, besseren Zugang zu ihnen zu finden. Es hat sich gezeigt, dass sich Musik positiv auf das Verhalten, die Kommunikationsfähigkeit oder auch die Motorik Betroffener auswirken und diese kognitiv aktivieren kann. Diese positiven Effekte versucht die Musiktherapie in ihrer Arbeit mit Menschen mit Demenz zu erzeugen.

Ziele der Musiktherapie

Die Ziele der Musiktherapie sind genauso vielfältig wie ihre Möglichkeiten zur Umsetzung der Therapie. Zentral ist bei der Arbeit mit Menschen mit Demenz die Förderung von Kommunikation und Interaktion, die kognitive Aktivierung, das Anregen von Gefühlen, die Stärkung des Selbstwertgefühls, die Erfahrbarmachung von Gemeinschaft, die sensorische Stimulation oder – und das ist auch wichtig – das Spaßhaben beim gemeinsamen Musizieren.

Musik weckt Erinnerungen

Jeder Mensch verfügt nicht nur über eine Lebens- sondern auch über eine Musikbiografie. Es gibt häufig Situationen im Leben, in denen sich starke Gefühlsregungen mit Musik verbinden. Das kann z.B. ein Lied im Schulchor sein, die Musik während des ersten Kusses oder während des Hochzeitstanzes. Die Situationen, in denen wir Gefühlsregungen mit Musik verbinden, haben sich tief in unserem Langzeitgedächtnis verankert und lassen sich daher auch besonders gut und lange bei Menschen mit Demenz abrufen. Insbesondere das Langzeitgedächtnis kann auch beim Fortschreiten der Demenz noch sehr lange angesprochen werden. Die dort gespeicherten Emotionen und damit verbundenen Erinnerungen können durch die Musik aktiviert werden, wenn man die jeweilige musikalische Biografie gut kennt. Die Musiktherapie bietet deshalb eine sehr gute Möglichkeit, biografisch mit Menschen mit Demenz zu arbeiten und über die Kenntnis der jeweiligen musikalischen Lebensbiografie, Erinnerungen zu wecken.

Musik kann sich positiv auf Emotionen auswirken

Weil Musik nicht nur gehört, sondern auch gespürt wird und auf diese Weise den ganzen Menschen berührt, kann sie Emotionen wecken oder auch verstärken. Alle uns bekannten Gefühle – sowohl gute als auch schlechte – können wir in der Musik finden. Weil man gute und auch schlechte Emotionen durch Musik verstärken kann, gilt es, die Musik auf eine angemessene und verantwortungsvolle Art in der Arbeit mit Menschen mit Demenz einzusetzen. Genau dies geschieht in der Musiktherapie, für die sich gezeigt hat, dass der bewusste Einsatz von Musik bei Menschen mit Demenz eine positive Auswirkung auf ihre Gefühlswelt haben kann, wenn sie beispielsweise unter Angstzuständen, Depressionen, Aggressionen oder innerer Unruhe leiden.

Musik unterstützt die sinnliche Wahrnehmung

Menschen mit Demenz nehmen ihre Umwelt verstärkt über sinnliche Erfahrungen und Reize wahr. Durch das Hören von Musik, das Fühlen von Rhythmen und das Musizieren selbst können auf dieser Ebene viele Reize durch die Musiktherapie gesetzt werden, die aktivierend und belebend auf Menschen mit Demenz wirken.

Musik schafft Gemeinschaft und fördert Interaktion

Menschen mit Demenz wird durch gemeinsames Singen oder Musizieren ein Gefühl der Zugehörigkeit und das Erleben von Gemeinschaft ermöglicht. Findet die Musiktherapie in Gruppen statt, dann kann die Musik den Weg zu nonverbalen Formen der Kommunikation auch unter den Betroffenen bereiten. Gemeinsames musikalisches Handeln hat einen starken integrativen Charakter und kann auch über die verschiedenen Stadien einer Demenz hinweg betrieben werden.

Musik regt zu Bewegung an

Beim Erleben von Musik bewegt man sich häufig automatisch. Man schnippt mit den Fingern, wippt mit dem Fuß, bewegt sich zum Rhythmus der Musik oder führt gar Tanzschritte aus. Unter einer fortschreitenden Demenz leidet häufig der Körperkontakt, die Nähe und das ausgelassene Spaßhaben mit anderen Menschen. Vor allem das Tanzen zur Musik kann im Rahmen einer Musiktherapie eine Möglichkeit sein, dem entgegenzuwirken und Menschen mit Demenz das Erleben von Nähe und Freude zu schenken.

Musik fördert die Fantasie und stärkt das Selbstwertgefühl

Wenn wir bewusst Musik hören oder spielen, beginnen wir häufig, unsere Gedanken schweifen zu lassen. Musik verführt uns zu Tagträumen, dabei ist die Richtung aber nicht festgelegt. So hat jeder Mensch beim Hören von Musik unterschiedliche, ganz individuelle Fantasien. Das Ausprobieren von neuen Klängen, Musikinstrumenten oder Liedern kann die Kreativität fördern. Im Alltag erfahren Menschen mit Demenz durch das Fortschreiten der Erkrankung oftmals, dass sie bestimmte Konventionen nicht mehr erfüllen oder manche Dinge gar nicht mehr ausführen können. Durch das Musizieren können verloren geglaubte Ressourcen z.B. im Bereich der Kommunikation oder auch der Motorik wiederentdeckt werden. Aus der praktischen Arbeit mit Menschen mit Demenz weiß man, dass ein Mensch, der durch eine Demenz nur noch über wenig Sprache verfügt, trotzdem in der Lage sein kann, ein mehrstrophiges Volkslied fehlerfrei zu singen. Diese Erfahrung kann dazu beitragen, das Selbstwertgefühl zu stärken, Ängste abzubauen und trägt damit auch zu einer besseren Lebensqualität bei.

Weitere Informationen zur Musiktherapie

Weitere Informationen zur Musiktherapie finden Sie bei der Deutschen musiktherapeutischen Gesellschaft unter:

www.musiktherapie.de

Unter dem folgenden Link finden Sie Informationen zum Thema ‚Musiktherapie und Demenz‘ www.musiktherapie.de/arbeitsfelder/geriatrie-demenz

Hier können Sie nach Therapeuten in Deutschland suchen: www.musiktherapie.de/standort

Kunsttherapie bei Menschen mit Demenz

In der Kunsttherapie geht es darum, sich mithilfe aller Medien auszudrücken, die die Kunst kennt. Das kann zum Beispiel über die Malerei, das Zeichnen, die Herstellung von Collagen oder auch das Anfertigen von Skulpturen geschehen. Für Menschen mit Demenz hat das ebenso wie bei der Musiktherapie den Vorteil, dass sie auf diese Weise ohne Worte mit ihrer Umwelt kommunizieren können, wenn ihre Sprachfähigkeit eingeschränkt ist. Gerade dann ist es gut, wenn Betroffene sich auch auf eine nonverbale Art über ihre Kreativität mitteilen und auf diese Weise ihre Gefühle ausdrücken können.

Ziele der Kunsttherapie

Die Kunsttherapie zielt auf die Wiederherstellung, die Erhaltung und die Förderung seelischer und körperlicher Gesundheit ab. Sie eignet sich sehr gut, um Menschen mit Demenz in der Auslebung ihrer Kreativität und Aktivität zu unterstützen, aber auch um Spannungen und innere Unruhe abzubauen. Zudem hat Kunsttherapie das Ziel, die Lebensfreude zu erhalten, Spaß zu entwickeln, Ressourcen neu zu entdecken und zu fördern.

Kunst schafft einen Zugang über die sinnliche Wahrnehmung

Die Kunsttherapie fordert den Menschen dazu heraus, die Welt um ihn herum unmittelbar über seine Sinne wahrzunehmen. Da Menschen mit Demenz sich die Welt zunehmend über die sinnliche Erfahrung erschließen, bietet die Kunsttherapie durch den Einsatz vielfältiger Sinneseindrücke in Form von Farben oder auch haptischen Reizen andere Formen des Zugangs für sie. Durch diesen Fokus auf die sinnliche Wahrnehmung kann die Kunsttherapie als Therapieform auch noch bei Menschen mit schwersten Demenzerkrankungen eingesetzt werden.

Kunst weckt Emotionen und Erinnerungen

Kunst kann wie Musik bestimmte Emotionen bei Menschen mit Demenz und darüber auch Erinnerungen hervorrufen. Je nach Biografie kann das Ansehen von Bildern oder das Selbstgestalten Erinnerungen bei Menschen mit demenzieller Erkrankung hervorrufen. Im Rahmen einer Kunsttherapie können über die Biografiearbeit mit Menschen mit Demenz auf diese Weise Erinnerungen geweckt werden.

Kreatives erschaffen und das Selbstwertgefühl stärken

In der Kunsttherapie geht es für Menschen darum, etwas kreativ zu erschaffen. Das ist ein individueller und nicht an Regeln oder Können gebundener Prozess, der vor allem Menschen mit Demenz viel geben kann, die bei dem Ausführen alltäglicher Handlungen oft an ihre Grenzen stoßen. Ein kreativer Schaffensprozess kann neues Selbstwertgefühl geben, wenn die Betroffenen merken, dass sie auf diese Weise „etwas schaffen bzw. erschaffen“ können. Im Rahmen einer Kunsttherapie werden Kunstangebote in einer entspannten Atmosphäre gemacht, die frei von Erwartungen, vorformulierten Zielen und Wertungen ist. Dies verschafft Menschen mit Demenz den Raum, sich ohne den sonst immer wieder empfundenen Leistungsdruck ausprobieren zu können und auf diese Weise ihren individuellen Selbstausdruck zu stärken.

Weitere Informationen zur Kunsttherapie

Weitere Informationen zur Kunsttherapie und einen Überblick über Therapeuten bietet Ihnen die Deutsche Gesellschaft für Künstlerische Therapieforschung und Therapie mit kreativen Medien:

www.dgkt.de

Damit bieten die Kunst- und auch die Musiktherapie zwei empfehlenswerte Formen der nichtmedikamentösen Therapien für Menschen mit Demenz, die neben der Ergotherapie und der Logopädie eine sinnvolle Unterstützung für sie darstellen können.